Das Internet basiert auf dem Internet Protocol (IP). Derzeit sind zwei Versionen im Einsatz: IPv4 und IPv6. Was sind die Unterschiede – und warum gibt es überhaupt eine neue Version?
IPv4: Das klassische Internet-Protokoll
IPv4 wurde 1981 eingeführt und ist bis heute die meistgenutzte Version. Eine IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlenblöcken:
93.184.216.34
Jeder Block liegt zwischen 0 und 255. Damit sind theoretisch rund 4,3 Milliarden Adressen möglich. Klingt viel – war aber zu wenig. Seit etwa 2012 sind die IPv4-Adressen offiziell aufgebraucht.
IPv6: Die Lösung des Adressproblems
IPv6 wurde entwickelt, um den Adressmangel zu beheben. Eine IPv6-Adresse sieht so aus:
2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334
Sie besteht aus acht Gruppen hexadezimaler Zeichen. Der mögliche Adressraum: 340 Sextillionen Adressen (340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456). Genug für jeden Sensor, jedes Gerät und jede zukünftige Anwendung.
Hauptunterschiede auf einen Blick
| Merkmal | IPv4 | IPv6 |
|---|---|---|
| Adresslänge | 32 Bit | 128 Bit |
| Beispiel | 192.168.1.1 | fe80::1 |
| Adressraum | 4,3 Mrd. | 340 Sextillionen |
| NAT notwendig | Ja | Nein |
| IPSec eingebaut | Optional | Pflicht (in der Spezifikation) |
| Verbreitung | ~70% | ~40% |
Was bedeutet NAT?
Network Address Translation (NAT) ist ein Trick, mit dem viele Geräte hinter einer einzigen öffentlichen IPv4-Adresse versteckt werden. Dein Router macht das ständig: Dein Laptop, dein Handy und dein Smart-TV haben alle dieselbe öffentliche IP – intern unterscheidet der Router über private Adressen.
IPv6 macht NAT überflüssig, da jedes Gerät eine eigene globale Adresse haben kann.
Sicherheit
IPv6 hat IPSec (Verschlüsselung + Authentifizierung) als festen Bestandteil der Spezifikation – bei IPv4 ist es optional. In der Praxis wird IPSec bei IPv6 aber nicht immer aktiviert.
Habe ich IPv6?
Viele ISPs unterstützen IPv6 bereits. Prüfe es mit unserem IP-Tool – es zeigt dir, ob du eine IPv6-Adresse hast.
Fazit
IPv6 ist die Zukunft des Internets. Es löst das Adressproblem von IPv4 und bringt technische Verbesserungen. Die Migration läuft langsam, aber stetig – beide Protokolle werden noch lange parallel betrieben.